Aserbaidschan 2014: Wirtschaftstrends und Geschäftschancen

13.06.2014 Aserbaidschan gehört zu den Ländern der GUS-Staaten, die in den kommenden Jahren in vielen Branchen ein erhebliches Wachstum vorweisen dürften. In den Bereichen Maschinenbau, Automobil, Chemie und Elektronik dürfte ein stetiges Wachstum zu erwarten sein, im Bau, in der IT und in der Umwelttechnik ist mit einem sehr starken Anstieg der Investitionstätigkeit zu rechnen. Auch deutsche Unternehmen dürfen sich auf rosige Aussichten freuen.

Der Maschinen- und Anlagenbau wird in Aserbaidschan voraussichtlich kontinuierlich wachsen. Zwar ist der Bedarf an industriellen Maschinen in vielen Branchen noch überschaubar, doch zukünftig dürfte eine erhebliche Nachfrage nach leistungsstarken Maschinen bestehen. Metallerzeugnisse und Konstruktionen sollten stark nachgefragt werden, auch die Lebensmittel- und Getränkeindustrie dürfte Zuwachs zu verzeichnen haben. Gleiches gilt für die Holz- und Ölverarbeitung, die Kunststoffproduktion und die Baustoffindustrie. Gerade hier dürfte ein erheblicher Bedarf an Neu- und Ersatzinvestitionen bestehen. Eine besondere Herausforderung stellt im Maschinenbau der Transport nach Russland, GUS dar. Hier ist die Expertise von deutschen Unternehmen besonders gefragt.

Die Automobilindustrie ist in Aserbaidschan weniger als lokaler Produktionsstandort vertreten. Vielmehr handelt es sich um einen Importmarkt, eigene Automarken werden kaum produziert, und auch die Zulieferindustrie ist wenig ausgeprägt. Dennoch dürfte der Import für Neu- und Ersatzanschaffungen zunehmen.

Ähnlich geprägt ist die chemische Industrie, auch sie besteht im Wesentlichen aus Importen. Eigene Leistungen werden in der Petrochemie und in der Gasversorgung benötigt. Hier stehen neue Bauprojekte in den Startlöchern, um den lokalen und den überregionalen Bedarf an Energie zu decken.

Eine der wichtigsten Branchen ist der Bausektor. Allein im ersten Halbjahr 2013 war ein Wachstum des Sektors um knapp 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu vermelden. Neben dem lokalen Städtebau greift der industrielle Bau weiter um sich. In Industrie und Tourismus, in der Wasser- und Abwasserwirtschaft und in der Energieinfrastruktur besteht ein erhebliches Ausbaupotenzial, das von nationalen und internationalen Partnern in der nahen Zukunft genutzt werden soll.

Auch die Elektrotechnik und die Elektronikindustrie gehören zu den Säulen der Wirtschaft vor Ort. Die zuverlässige lokale und die regionale Versorgung sind nur bei Durchführung von anstehenden Ersatzinvestitionen gewährleistet. Die Bereiche Haushaltstechnik und Unterhaltungselektronik werden aus den privaten Haushalten stark nachgefragt, ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.

Schließlich ist die Informations- und Kommunikationswirtschaft eine der tragenden Bausteine der nationalen Wirtschaft. In den vergangenen Jahren war ein kontinuierlicher Anstieg von rund zehn Prozent pro Jahr zu verzeichnen. Vor allem die Mobilfunkbranche sorgt für ein ständiges Wachstum, das auch aus dem privaten Konsum heraus getragen wird.

Bildquelle: RB-DESKKART