Russland: Ab Mitte November gilt LKW-Maut

Russland: Ab Mitte November gilt LKW-Maut

09.11.2015 Wie das Bundesverkehrsministerium kürzlich bekanntgab, greift ab dem 15. November 2015 eine Mautpflicht für LKW, die in Russland auf den Fernstraßen unterwegs sind. Das Mautsystem mit dem Namen „Platon“ ist nunmehr betriebsbereit und geht zur Monatsmitte an den Start.

Nach Aussage des Verkehrsministeriums unterliegen zukünftig Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 12 Tonnen der Mautpflicht. Die Erhebung der Maut erfolgt entweder auf elektronischem Weg durch sogenannte On-Board-Units oder manuell über die Ausgabe einer klassischen Wegekarte. Die Kosten belaufen sich auf 3,73 Rubel oder rund sechs Eurocent für jeden gefahrenen Kilometer. Professionelle Institutionen wie Speditionen und Frachtführer können sich bereits jetzt für die Nutzung registrieren und nutzen dann das bequeme elektronische Verfahren für die Be- und Abrechnung der Mautgebühr.

Das zuständige Ministerium geht davon aus, dass das Mautsystem in der Anfangsphase noch recht lückenhaft arbeiten wird, gab der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) jetzt bekannt. Bisher ist offenbar nur ein kleiner Teil der stationär installierten Kontrollsysteme errichtet. Die mobilen Einsatzfahrzeuge können kaum das gesamte Streckennetz kontrollieren. Trotzdem weist die Behörde dringend darauf hin, dass Unternehmen der Transport- und Logistikbranche die Mautgebühr unbedingt zahlen sollten, da die Bußgelder bereits angekündigt sind und eine empfindliche Höhe ausmachen werden. Insgesamt ist ein Streckennetz von knapp 51.000 Kilometern in Russland mautpflichtig. Im Großraum Moskau sind von den installierten stationären Anlagen etwa 20 Mautbrücken voll funktionsfähig. Mehr als 480 Anlagen kommen in den nächsten zwei Jahren dazu. Außerdem sind etwa 100 Fahrzeuge mit der Kennzeichnung „Platon“ im mobilen Einsatz unterwegs. Sie sollen mit Hilfe von Videoaufzeichnungen kontrollieren, ob die Maut tatsächlich wie vorgeschrieben gezahlt wird.

Zur Funktionsweise gibt das Ministerium noch folgende Informationen. Die Bezahlung wird über das installierte Bordgerät oder über eine Vorabanmeldung zur Strecke online durchgeführt. Die Vorabanmeldung kann über die Webseite oder über die App vorgenommen werden. Alternativ steht das Kundenservicezentrum für die Anmeldung zur Verfügung. Erforderlich sind Daten zur gefahrenen Strecke, zu den geplanten Zwischenstopps und zur Abfahrtszeit. Weitere Informationen können bei Bedarf erfragt werden. Für die Registrierung ist die Vorlage der nötigen Dokumente in russischer Sprache erforderlich, somit muss eine Übersetzung angefertigt werden. Die Onlineregistrierung wird auf der Internetseite platon.ru durchgeführt, alternativ stehen die Kundenservicezentren für die persönliche Registrierung zur Verfügung. Auch an einem Mautterminal kann der Fahrer alle Daten für die Einschreibung erfassen lassen. Die Mautpflicht geht auf eine Vereinbarung des russischen Verkehrsministeriums mit dem staatlichen Unternehmen RT-Invest von Ende September zurück.

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de