Russland: Lösungen für Lieferengpässe im Bau gesucht

03.07.2014 Die russische Bauzulieferindustrie erwies sich im Jahr 2013 als Stern am Himmel der aufstrebenden Wirtschaftsbereiche. Die große Nachfrage nach modernen Anlagen dürfte in den nächsten Jahren anhalten. Doch Russland erweist sich aufgrund der fehlenden Planungssicherheit als Standort, den solvente Investoren meiden. Das Wachstum der Branche könnte darunter schon bald leiden, obwohl Potenzial vorhanden ist.

Der überwiegende Teil der Zulieferer für Baustoffe und Baumaterialien ist in Moskau ansässig. Besonders gefragt sind Unternehmen, die Fertigwände und Paneele für den Hoch- und Wohnungsbau produzieren. Doch die größte Herausforderung der Branche ist weniger die Produktion als vielmehr der Transport der Materialien. Er treibt die Kosten in jedem Projekt in die Höhe und bietet ein erhebliches Optimierungspotenzial.

Geht es nach dem Willen der Politik, sollen sich die Bauzulieferer in unmittelbarer Nähe der großen Bauprojekten ansiedeln. Doch die Praxis sieht anders aus. Weder der Ausbau der Örtlichkeiten in Sotchi für die Olympischen Spiele 2014 noch der APEC-Gipfel des Jahres 2012 in Wladiwostok konnten die Ansiedlung von Bauzulieferunternehmen forcieren. Vielmehr wurde der Transport der Materialien nach Russland, GUS aus allen Landesteilen bevorzugt.

Zusammenfassend sieht sich Russland vor einem Dilemma. Investitionen in die Zulieferindustrie am Bau werden dringend gebraucht. Über 90 Fabriken wie Zementwerke, Glaswerke und Produktionslinien für Isoliermaterial werden benötigt. Zahlreiche benachbarte Branchen wie der Wohnungsbau können nicht wie geplant investieren, weil die Zulieferung von Baustoffen fehlt.

Der Transport über weite Strecken nach Russland, GUS gewinnt deshalb in den nächsten Jahren weiterhin an Bedeutung. Insbesondere Spezialtransporte nach Russland und Übermaßtransporte sind erforderlich, um schwere Geräte und Baustoffe an den Ort der Investition zu bringen. Angesichts der anstehenden Großprojekte wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 oder die Hochgeschwindigkeitsstrecke Moskau-Kasan wird der Bedarf an Investitionen massiv zunehmen. Doch die Herausforderung, schweres Gerät über weite Strecken nach Russland, GUS zu bringen, dürfte für die Zulieferer bestehen bleiben.